15.04.2019
Berufsfachschule 4.0
Pressemitteilung des Caritasverbandes

München, 11. April 2019. Diözesan-Caritasdirektor Georg Falterbaum fordert mehr finanzielle Förderung für die Digitalisierung im Sozialbereich und auch für das digitale Klassenzimmer. „Mit der Digitalisierung verändern sich Freizeit und Arbeitswelt rasant. Umso wichtiger ist der Erwerb digitaler Kompetenzen schon in der beruflichen Bildung. Dazu brauchen wir nicht nur Soft- und Hardware, sondern auch eine flächendeckende Förderung von medienpädagogischer Fortbildung“, sagte Falterbaum am Donnerstag, 11. April, anlässlich der Caritas-Jahreskampagne 2019 „Sozial braucht digital“ in der Caritas Don Bosco Berufsfachschule (BFS) für Kinderpflege in München-Haidhausen.

Der Caritasverband für München und Oberbayern habe zwei seiner Bildungseinrichtungen zu Modellschulen in Sachen digitaler Transformation entwickelt, um die digitalen Kompetenzen der Schüler/innen zu fördern und ein modernes und effizientes Lernen 4.0 zu ermöglichen. „Auch die Sozialarbeit muss smart werden. Ein Ausbau der digitalen Infrastruktur ist unumgänglich“, so Falterbaum.

Schülerin Isabella Hamer aus dem zweiten und Schüler Patrick Wittur aus dem ersten Ausbildungsjahr zeigten direkt im digitalen Klassenzimmer, wie der Einsatz von Smart-boards und intelligenter Software den Unterricht schneller und leichter gestaltet. „Wir finden die Lern-Plattform super, weil wir sie überall und jederzeit – auch auf dem Handy – abrufen können. So können wir schon in der U-Bahn erfahren, dass ein Lehrer krank geworden ist oder nochmal das neuste Arbeitsblatt hochladen“, berichtete Hamer be-geistert. Es sei immer noch Unterricht, wie man ihn kenne, aber man spare sich Zeit und agiere wesentlich schneller. Wittur ergänzte: „Wir können uns untereinander und mit den Lehrern in einem datengeschützten Raum direkt austauschen, Fakten recherchieren und sparen uns Papierausdrucke. Wer mag, kann das Smartboard aber auch wie eine Tafel benutzen, nur ohne Kreide.“

Als Musterbeispiel für digitales Lernen wurde auch eine Kooperation mit Brockhaus genannt. „Jeder Schüler kann auf Informationen zugreifen, die zum Beispiel für Referate gebraucht werden. Es gibt sogar ein Kinder- und Jugendlexikon, welches für die spätere Arbeit mit den Mädchen und Buben in den Kindertageseinrichtungen besonders interes-sant ist“, erklärte Matthias Gerstner, Projektleiter Digitalisierung der beruflichen Bildung am Caritas Institit für Bildung und Entwicklung.

Digitalisierung sei kein Selbstzweck, sondern diene dem Lernen. Der Einsatz digitaler Medien müsse in jedem Fall zu einem Mehrwert in der Organisation und Durchführung von Unterricht führen. „Wir vermitteln methodisch und didaktisch Medien- und Recherchekompetenz, Datensensibilität und Quellenforschung“, beschrieb Schulleiter Christoph Horner den täglichen Umgang mit dem digitalen Lernen. Pädagogik sei Beziehungsarbeit. Niemals könne das menschliche Miteinander durch Technologien oder technische Tools ersetzt werden.